Erneuter Misserfolg bei Flusssee-Schwalben-Brut

Nach 2020 muss im Seebachtal auch dieses Jahr ein Misserfolg bei der Flussseeschwalben-Brut verzeichnet werden. Während letztes Jahr die Mittelmeermöwen Grund für diesen Komplettausfall waren, dürfte 2021 die Ursache bei den schlechten Witterungsbedingungen liegen.

Seit fast schon 30 Jahren bietet das Seebachtal den Flussseeschwalben während den Sommermonaten ein idealer Ort, um ihrem Brutgeschäft nachgehen zu können. Um den Vögeln Brutplätze zur Verfügung stellen zu können, werden alljährlich künstliche Brutflosse auf dem Hüttwiler- und Nussbaumersee installiert. 

Die letzten Jahre hat der Bruterfolg bei den Flussseeschwalben kontinuierlich abgenommen. Dies insbesondere durch die Ansiedelung der Mittelmeermöwe. Während die Mittelmeermöwe die letzten beiden Jahre erfolgreich ihre Brut aufziehen konnte, brach der Bestand bei den Flussseeschwalben ein und im 2020 blieb der Bruterfolg gänzlich aus.

Aufbauten auf den Flossen sollen Wiederansiedelung der Mittelmeermöwe verhindern

Um diesem Trend entgegenzuwirken, machten wir uns 2020 auf die Suche nach einer Lösung und wurden fündig. Am Obersee bei Rapperswil-Jona waren die Naturschützer vor Jahren mit einer ähnlichen Situation konfrontiert und konnten sich erfolgreich mit Spezialaufbauten, entworfen durch Professor Dr. Klaus Robin, gegen die Ausbreitung der Mittelmeermöwe wehren. Bei einem Vorort-Termin liessen wir uns von Klaus Robin beraten und setzten die Konstruktionen für die Flosse gemäss seinen Empfehlung um. Drähte im Abstand von rund 40 cm, welche quer über seitliche Holz- oder Metall-Gatter gespannt werden, sollen ein Landen der Mittelmeermöwen auf den Flossen verunmöglichen. Ausserdem wurde der Termin für die Einwasserung von Ende März auf Ende April zurückverlegt, in der Hoffnung, dass die Mittelmeermöwen bis dahin bereits auf einen anderen geeigneten Brutplatz ausgewichen sind.

Situation im 2021

Trotz diesen Massnahmen gelang es der Mittelmeermöwe, sich kurz nach Einwasserung der Flosse erneut niederzulassen. Die Konstruktionen mussten deshalb mehrfach direkt vom Boot aus angepasst werden, damit die Möwen keine Möglichkeit mehr fanden, auf den Flossen zu landen. Im Mai konnten am Hüttwilersee rund 12 adulte Flussseeschwalben gezählt werden, während es am Nussbaumersee bis zu 20 Altvögel waren. Die Mittelmeermöwen hielten sich zwar noch immer in der Umgebung auf, fanden aber keine Möglichkeit mehr, sich auf den künstlichen Inseln niederzulassen.

Da die Flosse mit ihren Aufbauten dem Wind eine grössere Angriffsfläche bieten, wurden sie mehrmals aus ihrer Verankerung gerissen und ans Ufer getrieben. Per Boot oder schwimmend vom Wasser aus mussten sie deshalb wieder an ihren ursprünglichen Ort zurückgezogen werden. Dies führte zu zusätzlichen Störungen der Flussseeschwalben. 

Im Juni brüteten am Hüttwilersee zwei Flussseeschwalben-Paare, am Nussbaumersee insgesamt vier. Doch die schlechten Witterungsbedingungen verunmöglichten den Flussseeschwalben auch dieses Jahr eine Aufzucht ihrer Brut. Aufgrund den vielen Gewitterstürmen im Juni mit heftigem Wind, Starkregen und Hagel wurden die Eier vermutlich beschädigt oder gar zerstört (viele wiesen Schlagschäden auf). Anfangs Juli gaben die Flussseeschwalben ihre Brut auf und verliessen das Seebachtal. 

Wie geht es weiter?

Dank den Beobachtungen während den vergangenen Wochen konnten wir erste Erkenntnisse mit den neuen Aufbauten sammeln und wir werden die kommenden Wintermonate dazu nutzen, die Konstruktionen weiter zu optimieren. Zudem werden wir die bestehenden Anker durch schwerere ersetzen, damit die Flosse fixiert bleiben und nicht wieder ans Ufer treiben. Mit diesen Anpassungen hoffen wir, dass wir uns nächstes Jahr endlich wieder über eine erfolgreiche Flussseeschwalben-Brut freuen können.

Allen Helferinnen und Helfern bei dieser Gelegenheit ein herzliches Dankeschön für ihren Einsatz!

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