Gefahr durch Salmonellose

Bei der Zählung anlässlich des Zugvogeltages von anfangs Oktober 2015 wurden in der Schweiz ungewöhnlich viele Erlenzeisige (ca. 6’000) gezählt. Auch in Deutschland (Raum Bayern) halten sich zurzeit so viele Erlenzeisige wie seit Jahren nicht mehr auf. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel vom 26. Januar 2016.

Vogelfütterung

Erlenzeisigpaar an einer Futtersäule, Foto: LBV, Dr. A v. Lindeiner

Was auf den ersten Blick erfreulich klingt, birgt gewisse Risiken in sich, wie in dem Bericht der Süddeutschen Zeitung ausgeführt wird. Aufgrund des ungewöhnlich milden Winters mit teilweise frühlingshaften Temperaturen droht den zierlichen Tieren Gefahr. Um die Futterhäuschen könnte sich jetzt die Salmonellose ausbreiten. Im Jahr 2010 raffte die Darminfektion bei ähnlicher Witterung Tausende Erlenzeisige dahin. “Die einzige Abhilfe gegen das Massensterben sind moderne, hygienische Futterhäuschen”, sagt der Biologe Alf Pille vom Deutschen Vogelschutzbund LBV.

Beim LBV ist man deshalb so besorgt, weil bereits erste Berichte von erkrankten Vögeln eingegangen sind. “Salmonellose-kranke Erlenzeisige sitzen meist aufgeplustert in der Nähe ihrer Futterstellen”, sagt Pille. “Sie wirken auf den ersten Blick sehr zutraulich, da sie nicht wegfliegen, selbst wenn sich Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung aufhalten.” Tatsächlich habe das Verhalten aber nichts mit Zutraulichkeit zu tun, es sei vielmehr ein Zeichen von Schwäche. “Die Krankheit macht die Tiere lethargisch”, sagt der Biologe. Das Gefährliche an der Salmonellose ist, dass sie sich in Schwärmen besonders schnell ausbreitet und rasch zur Epidemie werden kann. “Darum ist jetzt Hygiene am Futterplatz sehr wichtig”, sagt Pille. “Wo viele Vögel auf engem Raum zusammenkommen, sind Masseninfektionen möglich.” (Quelle: Süddeutsche Zeitung, 26.01.2016)

Sachgerechte Winterfütterung erfüllt die folgenden Punkte:

  • Futterplatz an einem übersichtlichen Ort mit nahe gelegenen Rückzugsmöglichkeiten (Baum, Busch)
  • Bewährte Futtermischungen für Körnerfresser bzw. Weichfresser anbieten; gern angenommen werden Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Baum- und Haselnüsse sowie Fett; Getreidekörner sind nur bei Spatzen und Tauben beliebt; Mischungen mit Ambrosia-Samen sind zu vermeiden
  • Futter täglich frisch anbieten, morgens möglichst vor Sonnenaufgang sowie bei Bedarf rund 2 Stunden vor der Dämmerung
  • Futter trocken halten und vor Schmutz und Kot schützen; Futterplatz regelmässig reinigen