Mehlschwalbenhotels sind voll besetzt

Die Schweizerische Vogelwarte Sempach macht in diesem Jahr eine Bestandesaufnahme der Mehlschwalben. Aus der Gemeinde Sirnach können erfreuliche Daten gemeldet werden.

Die Mehlschwalbe hat als Gebäudebrüterin zunehmend Probleme, geeignete Nistplätze zu finden, dies trotz der steten Zunahme des Siedlungsraums. Leider werden Nester oft zerstört, da der Kot die Hausfassade und den Boden verschmutzt.  Die Mehlschwalben sind Langstreckenzieher, sie überwintern südlich der Sahara. Bei uns kommen sie zwischen Mitte April und Mitte Mai an. Ab Ende August ziehen sie wieder südwärts.

Mehlschwalbenhaus erstellt

In Sirnach hat es bei der Liegenschaft Rütihof seit vielen Jahren eine der grössten Mehlschwalbenkolonie der Ostschweiz. Eine weitere Kolonie befindet sich bei der Liegenschaft Weierhof in Littenheid. Da der Fortbestand der Kolonie beim Rütihof aufgrund eines möglichen Abbruches gefährdet ist, hat die die Flur-, Landschaftsschutz- und Unterhaltskommission im 2012 entschieden, zwei Schwalbenhotels aufzustellen. Da Mehlschwalben brutplatztreu sind, wurde der erste Schwalbenturm in der Nähe vom Rütihof aufgestellt, der zweite steht beim Webereiweiher. Heute kann diese Kommission stolz darauf sein, dass diese künstlichen Nester am Turm bereits im nächsten Jahr bezogen wurden.

Die Berichterstatter haben in diesem Jahr für die Schweizerische Vogelwarte die Bestände aufgenommen und diesen mit Freude gemeldet. Es ist schön, wenn in der Wohngemeinde so viel für die Vogelwelt getan wird. Im Turm am Schwalbenweg sind alle 40 Kunstnester besetzt. Weil das anscheinend zu wenig war, hat ein Pärchen noch ein Naturnest dazu gebaut. In allen 41 Nestern wachsen junge Mehlschwalben heran. Der Rütihof steht immer noch unverändert. Auf beiden Traufseiten des Gebäudes sind Nester vorhanden und alle intakten Nester sind auch besetzt, insgesamt 48 Kunst- und Naturnester mit jungen Mehlschwalben. Im Schwalbenturm beim Webereiweiher sind ebenfalls alle 30 Kunstnester besetzt. Auch da wurde noch ein Naturnest dazu gebaut, das ebenfalls belegt ist.

Beim Standort Weierhof Littenheid wurde ebenfalls kontrolliert und gezählt. Dort sind mindestens 23 Nester belegt.

Pro Brut zieht ein Mehlschwalbenpaar zwei bis fünf Junge auf, diese sind in drei bis vier Wochen flügge, werden dann aber noch rund eine Woche von den Eltern gefüttert. An sich wäre es möglich, dass die Mehlschwalben noch eine zweite Brut machen würden. Dafür wäre aber Voraussetzung, dass sie genügend Insekten für sich und ihre Jungen fangen. In zirka drei Wochen wird man sehen können, ob nochmals junge Mehlschwalben in den Nestern sind. Ab Ende August, anfangs September werden sich die Mehlschwalben verabschieden. Sie sammeln sich mit anderen Mehlschwalben, um gemeinsam den langen Flug nach Afrika anzutreten.

Text und Bilder: Alfons und Rita Schmidlin, Wiezikon