Mehr wertvolle Hecken für den Neuntöter im Thurgau

Ziel

Obwohl im Rahmen verschiedener Biodiversitäts-Fördermassnahmen in den letzten zwanzig Jahren im Thurgau etliche Hecken gepflanzt und Waldränder aufgewertet wurden, konnten bedrohte, auf gut strukturierte Baum- und Buschlandschaften angewiesene Tierarten noch zu wenig profitieren. Ein Grund könnte die mangelnde Vielfalt von Hecken, Feldgehölzen, Waldrändern und deren Umgebung sein. Übergänge in der Landschaft sind besonders wertvoll, weil dort verschiedene Lebensräume kleinräumig aufeinander treffen.

Der Neuntöter, Vogel des Jahres 2020, ist eine Art, die in besonderem Masse von strukturreichen Kulturlandschaften mit dornenreichen Gehölzen profitiert und auf blüten- und insektenreiche Lebensräume angewiesen ist. Neuntöter sind Langstreckenzieher, die südlich der Sahara überwintern und erst Mitte Mai zu uns in die Brutgebiete zurückkehren. Sie sitzen häufig auf Dornsträuchern und halten nach grossen Heuschrecken, Käfern und anderen Insekten Ausschau. Diese erbeuten sie vor allem am Boden, teils aber auch im Flug. Sogar Mäuse sind vor ihnen nicht sicher. Ihr Nest legen sie gut geschützt in einem Dornstrauch an.
Neuntöter finden im Thurgau da und dort noch Lebensräume, die diese Anforderungen erfüllen. Dort kommen sie als Brutvögel vor. Doch die Population ist klein und verwundbar. Deshalb hat der Thurgauer Vogelschutz für sein Biodiversitätsförderprojekt den Neuntöterals Leitart bestimmt. Ziel ist eine Verdoppelung seines zur Zeit etwa 50 Brutpaare umfassenden Bestandes im Thurgau bis ins Jahr 2032.

Wie soll dieses Ziel erreicht werden?

Bei den Gehölzen geht es darum, die dornentragenden Arten durch Rückschnitt von stark wachsenden Konkurrenten zu fördern. Wo Dornengehölze fehlen, wird Platz geschaffen, um solche zu pflanzen. Die Arbeiten an den Gehölzen müssen zur Schonung der Fauna ausserhalb der Vegetationszeit getätigt werden. Von November bis Ende März ist die Zeit günstig. In unmittelbarer Nähe der aufgewerteten Gehölze werden die Lebensbedingungen für grössere Insekten, der Hauptnahrung der Neuntöter, verbessert. Wo nicht schon vorhanden, werden artenreiche Wiesen oder Brachen angelegt. Eine insektenschonende Bewirtschaftung des angrenzenden Kulturlandes trägt ebenfalls zur Verbesserung des Nahrungsangebotes bei. Die einzelnen Massnahmen werden auf den Standort zugeschnitten mit den Bewirtschaftern erarbeitet.

Wer wird wie unterstützt?

BirdLife Thurgauer Vogelschutz unterstützt mit diesem Projekt land- und waldbewirtschaftende Personen und Körperschaften bei der ökologischen Verbesserung und gezielten Ergänzung von Hecken, Feldgehölzen, Waldrändern und deren Umgebung. Die Unterstützung des Thurgauer Vogelschutzes erfolgt in Form von Beratung, Einsatz von Freiwilligen aus den örtlichen Sektionen und auf Wunsch Vermittlung von professioneller Hilfe bei der Gehölzpflege.

Wie erfolgt die Teilnahme am Projekt?

Wer Hecken, Feldgehölze oder Waldränder bewirtschaftet, deren Nutzen für die Biodiversität verbessert werden soll, meldet sich bei:

Thurgauer Vogelschutz TVS
Geschäftsstelle
8500 Frauenfeld

Tel. 052 720 56 91

Geschäftsstellenleiterin Nina Moser wird mit Ihnen einen Termin abmachen und das weitere Vorgehen vor Ort besprechen.

Neuntöter (Foto: BirdLife Schweiz)
Neuntöter (Foto: BirdLife Schweiz)
Hecken (Foto: BirdLife Schweiz)
Hecken mit Dornbüschen zum Nisten und angrenzende Magerwiesen mit reichem Insektenangebot sind der Lebensraum des Neuntöters. Foto: BirdLife Schweiz

Das Projekt in der Presse

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