Tote Grünfinken an Futter- oder Wasserstellen

In den letzten Wochen gehen vermehrt Meldungen zu erkrankten oder toten Grünfinken bei uns ein. In vielen Fällen wird von apathisch wirkenden oder bereits verendeten Grünfinken in der Nähe von Futterstellen berichtet.

Wir vermuten (u. A. auch aus Berichten des NABU Deutschland), dass die gemeldeten Grünfinken mit dem einzelligen Erreger Trichomonas gallinae infiziert sind. 

 

Futter- und insbesondere Wasserstellen als Ansteckungsherde

Futter- und insbesondere Wasserstellen für Vögel sind gerade im Sommer ideale Ansteckungsherde, so dass ein kranker Vogel schnell andere Vögel infizieren kann. Als Trichomonaden-Infektionsquelle kommt neben dem direkten Kontakt der Tiere untereinander vor allem Trinkwasser an Futterstellen in Frage, in dem der Erreger bei sommerlich warmen Temperaturen bis zu 24 Stunden überleben kann.

 

Massnahmen ergreifen

Um die weitere Verbreitung von Trichomonas gallinae zu unterbinden, bitten wir Sie, das Füttern sofort bis zum nächsten Winter einzustellen, sobald mehr als ein kranker oder toter Vogel an einer Sommerfutterstelle beobachtet wird. Ebenso sollten unbedingt alle Vogeltränken entfernt werden. Selbst die tägliche Reinigung von Futterstellen und Wasserstellen reicht nicht aus, um die Vögel vor Ansteckung zu schützen, sobald kranke Artgenossen in der Nähe sind.

Mit dem Trichomonaden-Erreger infizierte Tiere zeigen folgende Merkmale: Schaumiger Speichel, der die Nahrungsaufnahme hemmt, grosser Durst, scheinbare Furchtlosigkeit. Eine Medikamentengabe ist nicht möglich, da Wirkstoffe bei freilebenden Tieren nicht dosiert werden können. Die Infektion verläuft immer tödlich. Nach Angaben von Veterinären besteht für den Menschen, Hunde und Katzen keine Gefahr einer Infektion. Aus bisher unbekannten Gründen scheinen auch die meisten anderen Vogelarten wesentlich weniger empfindlich auf den Erreger zu reagieren als Grünfinken.